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Buero für angewandten Realismus -

C/o FER DIE KATZ
67061 LU-SÜD - Karl-Kremer-Strasse 2 (altes Straßenbahn Depot)

 

AUFRUF - Schluss mit den NAZI Straßennamen

Liebe politische Freunde und Freundinnen!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Das Buero für angewandten Realismus traf sich, wie sie der Lokal-Presse entnehmen konnten, mit dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Stefan Mörz am Montag, den 14. Juni 2010, zum Streitgespräch über die teilweise noch unerkannten Namen, glühender Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten.
Dr. Stefan Mörz ist der entscheidende Historiker der Stadt. Nach seinem Urteil entscheiden sich die meistens, erschreckend uninformierten Funktionsträger/Innen der kommunalen Gremien wie Ortsbeiräte und Stadträte.
Natürlich ist er Historiker und für ihn sind Straßennamen ein Spiegel historischer Abläufe.
Das sogenannte historische Gedächtnis einer Stadt.
Ich bin nicht seiner Meinung. Für mich sind Straßennamen ein Ausdruck politischer Machtverhältnisse. Egal ob nun die demokratiefeindliche Kaiserzeit mit ihren Namen der herrschenden Feudalfürsten, oder die radikalste Zeit der Straßenumbennenungen zwischen 1933 und 1945 durch die NAZIS. Viele Leute erkennen heute gar nicht mehr das auch die Saarlandstrasse (13. Jan. 1935 Rückkehr des Saarlandes) und der Danziger Platz (1939 Eingliederung Danzigs in das Deutsche Reich) mit Ordensbrunnen eindeutige Relikte der NAZI-Zeit darstellen. Skandalös finde ich auch, dass man 1976 die nahegelegene U-Bahn Haltstelle nicht nach dem Hemshof benannt hat, sondern nach dem Danziger Platz. Warum? Mal wieder nicht nachgedacht oder doch?
Das Buero für angewandten Realismus will die Menschen sensibler machen für diese unzumutbaren Straßennamen und Plätze. Genauso wie es die Mundenheimer geschafft haben, den Langemark-Platz in Zedtwiz-Park umzubenennen, sollten auch Frauen und Männer in ihren Stadtvierteln für neue Namen auf überkommenen Straßenschildern kämpfen.

Wir bitten euch alle weitere Informationen zu den umstrittenen Straßennamen zu sammeln. Neue belastete Straßennamen ausfindig zu machen.
Und bitte beteiligt euch auch an der Leserbriefaktion der RHEINPFALZ - Zeitung!
Anschrift:
· Die Rheinpfalz
-Lokalredaktion-
Amtsstr. 5 - 11
67059 Ludwigshafen
Tel. 0621/5902-560
Fax 0621/5902-240/269/297
redlud@rheinpfalz.de
Internet: www.rheinpfalz.de

Rückfragen an uns alle vom BUERO sind erwünscht!
Mit freundlichem Gruss
BUERO f.a. Realismus
Wadle-Rohe (627775) oder (515914)

Wer trägt zum Beispiel die Verantwortung für die Benennung des Agnes-Miegel-Weges im Neubaugebiet von Rheingönnheim 1990?
Es lässt sich leicht im Internet nachlesen wessen Geistes Kind diese glühende Hitlerverehrerin war. Und wie heftig die NAZIS eine Umbenennung bekämpfen.
Lebenslauf:
1933 NS Frauenschaft TREUEGELÖBNIS für den Führer
1934 Unterstützerin des Aufrufes Präsident Kanzler in einer Person
1938 Liebesgedicht auf Hitler
1939 Ehrenzeichen der HJ
1944 Gottbegnadedenliste der 100 wichtigsten Künstler der NAZIS
1945 Keine öffentliche Distanzierung nach Zusammenbruch

TEXTPROBE:

"Laß in deine Hand,
Führer, uns vor aller Welt bekennen;
Du und wir,
nie mehr zu trennen
stehen ein für unser deutsches Land

Die unliebsame Biografie der Agnes Miegel
Agnes Miegel wurde am 9. März 1879 in Königsberg geboren. Nach ihrem Besuch der Höheren Mädchenschule in Königsberg, war sie in einem Pensionat in Weimar, wo sie ihre ersten Gedichte schrieb. Nach ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester ab 1900 in einem Berliner Kinderkrankenhaus, arbeitete sie von 1902 bis 1904 als Erzieherin in einem Mädcheninternat in Bristol in England. Nachdem sie ein Lehrerseminar abgebrochenen hatte, ging sie 1905 auf eine landwirtschaftliche Maidenschule in der Nähe von München. Von 1906 an pflegte Miegel ihre kranken Eltern in Königsberg. Dort lebte sie bis 1945 und arbeitete als Journalisten, Autorin und ab 1927 auch als freie Schriftstellerin. Ihre Literatur wird stark von heimatlich-christlichem Gedankengut geprägt. Miegel war bekennende Vertreterin der nationalsozialistischen Idee und Verehrerin Adolf Hitlers. So trat sie 1933 der nazistischen "Deutschen Akademie der Dichtung" bei und wurde 1937 Mitglied der "NS-Frauenschaft". Zusätzlich erhielt sie 1939 das Ehrenzeichen der Hitlerjugend und trat 1940 der NSDAP bei. Sie durfte im Nationalsozialismus frei publizieren und tat dies auf Vortrags- und Lesereisen. Ihre politische Einstellung machte sie in glorifizierenden Gedichten auf Adolf Hitler deutlich. Gut zu erkennen ist dies zum Beispiel an folgendem Auszug aus ihrem Gedicht "An den Führer": "Unsere Herzen, hart von Not und Krieg, hat mit seinen glühenden glaubensvollen Worten er durchpflügt wie Ackerschollen, bis ein neuer Frühling in uns stieg." Oder: "Lass deine Hand Führer! uns vor aller Welt bekennen: Du und wir nie mehr zu trennen, stehen ein für unser Vaterland!" Im Februar 1945 flüchtete sie vor der Roten Armee nach Dänemark, kehrte aber 1946 nach Deutschland zurück. Nach der Aufnahme in die Britische Besatzungszone lebte sie im Schloss Apelern (Landkreis Schaumburg) bei der Familie Münchhausen. Ab 1948 lebte und wirkte sie bis an ihr Lebensende am 26. Oktober 1964 in Bad Nenndorf.

Kurt Faber Strasse Der Reiseautor aus Lambrecht war laut WESTMARKBUCH einer der glühendsten Nationalsozialisten reinsten Herzens den man sich überhaupt vorstellen konnte.
Er war Parteigenosse in der sogenannten wilden Kampfzeit wurde 1925 Parteigenosse mit der Mitglieds-No: 16000 Soll in Mannheim von den Antifaschisten als Propagandaredner der NAZIS vom Rednerpult geholt worden sein. Er war Weltreisender und gründete in Windhuk eine NSDAP Ortsgruppe. Er starb 1929 in Kanadas Eiswüste. Die NSDAP Pfalz benannte einen Literaturpreis nach ihm - das SA Gebäude in Neustadt trug seinen Namen und Gauleiter Bürckel lies sich ein großes Portrait des Abenteurer`s anfertigen. In seinen Büchern teilte er die Rassenpolitik der NAZIS und deren Herrenmenschen-Deutschtum.

Karl Räder Strasse
Der in Bad-Dürkeim als Ehrenbürger geführte Autor Pfälzer Heimatgedichte und Lyrik wurde 1870 geboren und starb 1967 im Alter von 97 Jahren. Der gelernte Gärtner war 5 Jahre auf der Walz und wurde dann 5 Jahre Berufssoldat.
Nach 2 Jahren Polizeidienst kam er zur Werkszeitung der BASF (es kann auch der Werksschutz gewesen sein) 1930 wurde er frühpensioniert. (37 Jahre Rentner) In der Dokumentation "Raschig und der Nationalsozialismus" kann man seine Gedichte als freier Mitarbeiter der Raschig-Werkszeitung lesen:
Unter dem Gruß: "Glück auf dem Werk für jetzt und später - Heil Hitler ihr getreuer Räder"
dichtete er 1941: Vom Kreise bis zum Knaben - die Front geschlossen steht - ein jeder fühlt erhaben - worum es geht - es geht um Sein und Ehre - nie trenne uns ein Keil - Deutschland an die Gewehre - Sieg Heil Sieg Heil Sieg Heil -
Zum 52. Geburtstag Adolf Hitlers dichtet er: Wenn wir Heil Hitler rufen - geht`s uns durch Mark und Bein - Er ist das Herz Großdeutschlands - stark, edel, klug und rein - Im Führer konzentrieren sich Deutschlands Macht und Ehr - er schuf die deutsche Einheit - und Deutschlands stolze Wehr - Sein Geist und seine Seele - kreist tief in unserem Blut - und stählt die Volksgenossen zu Tat und Heldenmut -
Ein Jahr später legt er mit einem donnernden Kriegsgedicht nach:
Es geht um Sein und Sterben - um Reich um Volk und Staat - Ums ganze oder Scherben - Wir sind jetzt all Soldat - für alle hat`s gepfiffen - das Reich ist nur geschützt - wenn jeder hat begriffen - RECHT ist was DEUTSCHLAND nützt.
Dieser Man ist Ehrenbürger von BAD-DÜRKEIM !!!!!

Carl Wurster Platz
1934 wurde er Leiter der Anorganischen Abteilung und zwei Jahre später deren stellvertretender Direktor. Im Jahr 1937 trat Wurster der NSDAP bei. Er war im Verwaltungsrat der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch), die als Patentinhaberin an der Herstellung von Zyklon B beteiligt war. Wurster wurde 1938 ordentliches Vorstandsmitglied und auch Betriebsführer in Ludwigshafen bei den I.G. Farben. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er "Wehrwirtschaftsführer" und gehörte dem Wehrwirtschaftsrat der Reichswirtschaftskammer an.

Wurster saß mit :
· Fritz ter Meer (Vorstandsmitglied, Verwalter IG Auschwitz) - 7 Jahre wegen "Plünderung" und "Versklavung", 1952 entlassen, 1955 Aufsichtsratsmitglied von Bayer
· Heinrich Bütefisch (Vorstandsmitglied, Benzin-Synthese IG Auschwitz ) - 6 Jahre wegen "Versklavung", 1951 entlassen, 1952 Aufsichtsratsmitglied u. a. von Ruhr-Chemie und Kohle-Öl-Chemie
· Otto Ambros (Vorstandsmitglied, Planung IG Auschwitz) - 8 Jahre, 1952 entlassen, ab 1954 diverse Vorstandsfunktionen in Pharma und anderen Bereichen, z.B. Grünenthal oder als Berater für F. K. Flick
wegen:
· Planung, Vorbereitung, Beginn und Führung von Angriffskriegen und Einfällen in andere Länder
· Plünderung und Raub
· Versklavung und Massenmord
· Mitgliedschaft der SS
in Nürnberg vor Gericht. Er kam straflos davon:
Carl Wurster (Vorstandsmitglied) - Freispruch, 1952 Aufsichtsratsvorsitzender der "neuen" BASF u.v.m.
Das heißt aber nicht, das er keinerlei Verantwortung trüge für die Taten für die die anderen verurteilt wurden. Alle machten nach dem Krieg in der Industrie große Kariere
Wurster und Ambroß erbeiteten in vielen Bereichen zusammen. Egal ob es sich um Zwangsarbeiter in BUNA oder AuschschwitzIIMonowitz oder im Wer BASF Ludwigshafen
Handelte. Wurster war ein überzeugter NAZI

DIE GRÜNEN Ludwigshafen fordern seit langer Zeit die Umbenennung des Platzes in Bertha von Suttner Platz ebenso die Linken.

Hindenburgstrasse (Maudach)

Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg


Im Ersten Weltkrieg stieg er zum Generalfeldmarschall auf und übte als Chef der Obersten Heeresleitung quasi-diktatorisch die Regierungsgewalt mit Ludendorf.
An diesem politischen Mythos, der sich um seine Person und den Sieg ranken sollte, arbeitete er selbst aktiv mit. Unmittelbar nach der Schlacht setzte er durch, dass sie nach dem vom Kampfgeschehen am Rande betroffenen Ort Tannenberg genannt werden sollte. Hier hatte ein polnisches Heer im Jahr 1410 das Heer des Deutschen Ordens vernichtend geschlagen, eine Scharte, die der auf die Wirkung in der Öffentlichkeit bedachte Hindenburg durch die Namensgebung auszuwetzen versuchte.[1] Der triumphale Sieg wurde von der Öffentlichkeit in der Folge Hindenburg zugeschrieben und brachte ihm die Ernennung zum Generalfeldmarschall und die Verleihung des Sterns zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Von großer Bedeutung und Nachwirkung war seine und Ludendorffs Rolle bei der ab 1915 erfolgenden Etablierung des Militärstaates "Land Ober Ost".[2]
Nach der militärischen Niederlage 1918 riet Hindenburg Wilhelm II., das Land zu verlassen. Durch die Zusammenarbeit mit der neuen republikanischen Regierung versuchte er, Unruhen innerhalb des Heeres entgegenzuwirken. Mit Abschluss des Versailler Vertrages im Juli 1919 erteilte Reichspräsident Ebert Hindenburg auf dessen Wunsch den Abschied. Vor dem Untersuchungsausschuss der Weimarer Nationalversammlung verbreitete er die Dolchstoßlegende, wonach das deutsche Heer "im Felde unbesiegt" geblieben und von den Novemberrevolutionären durch einen Waffenstillstand "von hinten erdolcht" worden sei.
Henning Köhler bestätigt zwar, dass Hindenburg sich bis 1930 verfassungskonform verhielt, macht aber darauf aufmerksam, dass der durchaus machtbewusste Präsident Ansätze, seine Amtsbefugnisse durch ein Ausführungsgesetz zum Artikel 48 einzuschränken, hintertrieb. Auch habe er deutlichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Kabinette genommen und dabei "deutlich konservative Politiker bevorzugt".[7]
Der Osthilfeskandal
Hindenburg sollte 1927 zu seinem 80. Geburtstag den alten Familienbesitz Gut Neudeck von einem Freundeskreis um Elard von Oldenburg-Januschau geschenkt bekommen, nachdem Hindenburgs Familie es aus finanziellen Gründen nicht mehr hatte halten können. Die gesammelten Mittel reichten jedoch bei weitem nicht aus und wurden durch Sammlungen in Vereinen, vor allem aber durch Spenden der Wirtschaft so aufgestockt, dass schließlich der Betrag von 1 Million Reichsmark erreicht wurde.[8] Um Erbschaftssteuern zu sparen, wurde es gleich auf seinen Sohn Oskar überschrieben. Dieses im Prinzip legale, aber für einen Mann in seiner Position anrüchige Verhalten schädigte sein Ansehen. Außerdem gab es Korruptionsvorwürfe gegen Hindenburg im Zusammenhang mit dem zwei Jahre darauf verabschiedeten "Ostpreußengesetz", das den Kreis der Schenker und andere Junker wirtschaftlich begünstigte. Diese Vorgänge und die anschließenden Auseinandersetzungen und Untersuchungen gingen als Osthilfeskandal in die Geschichte ein. Historiker vermuten, dass diese Verwicklungen Hindenburgs Entscheidung für Hitler beeinflusst haben könnten.

Am 30. Januar 1933 berief Präsident von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler (Machtergreifung). Außer Hitler gehörten mit Innenminister Wilhelm Frick und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich nur zwei Nationalsozialisten dem neuen Kabinett Hitler an. Trotz seiner anfänglichen persönlichen Abneigung gegen Hitler, den er abschätzig den "böhmischen Gefreiten" nannte, geriet Hindenburg immer stärker in dessen Einflussbereich. Am 1. Februar 1933 löste er den Reichstag auf. Die Verordnung zur Auflösung des Reichstages ist unterschrieben von Hindenburg, Hitler und Frick. Im Laufe des Februars wurde eine ganze Reihe von Maßnahmen wie die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes" oder (unmittelbar nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933) die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat" erlassen, mit denen die Grundrechte bis auf Weiteres (faktisch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges) außer Kraft gesetzt wurden. In der Folge kam es zu Massenverhaftungen von Anhängern der KPD und der SPD. Bei der von Propagandaminister Joseph Goebbels am 21. März 1933 (dem so genannten Tag von Potsdam) inszenierten Eröffnung des neu gewählten Reichstags in der Garnisonkirche wurde durch eine symbolische Verneigung Hitlers vor dem greisen Reichspräsidenten eine symbolträchtige Kontinuität zwischen der Kaiserzeit und dem Dritten Reich hergestellt und Hindenburgs hohes Ansehen für das neue Regime instrumentalisiert und vereinnahmt. Das am 23. März 1933 verabschiedete Ermächtigungsgesetz setzte dann mit Hindenburgs Zustimmung auch die in der Weimarer Verfassung festgelegte Gesetzgebungskompetenz des Parlaments außer Kraft und trug dazu bei, dass Hitler die totale Kontrolle über die politischen Verhältnisse in Deutschland erlangte. Das Ermächtigungsgesetz enthielt auch einen weniger bekannten Artikel, der die formelle Mitwirkung des Reichspräsidenten an der Gesetzgebung aufhob und damit diesem seine Kontrollmöglichkeiten entzog. Auch Hindenburg verzichtete also auf seine Befugnisse, und zwar obwohl gerade diese Befugnisse maßgeblich dazu beigetragen hatten, die bürgerlichen Parteien zu beschwichtigen, so dass sie dem Ermächtigungsgesetz zustimmten.
Von der Reichsregierung und der Preußischen Regierung erhielt er 1933 Dotationen von insgesamt 1 Million Reichsmark.
Hindenburg verfiel seit längerer Zeit geistig und körperlich. Er starb am 2. August 1934 auf Gut Neudeck. Dort sollte er eigentlich begraben werden, jedoch organisierte Hitler eine Beisetzung im Denkmal der Schlacht bei Tannenberg. Das politische Testament Hindenburgs, von seinem Sohn Oskar an Hitler zur Veröffentlichung übergeben, wurde von diesem beiseitegelegt. Nach dem Tod des Reichspräsidenten war für Hitler endgültig das letzte Hindernis für die nationalsozialistische Diktatur aus dem Weg geräumt.
Das Kabinett Hitler setzte schon am 1. August, also dem Tag vor Hindenburgs Tod, eine Volksabstimmung über die Zusammenlegung des Amtes des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in der Person des "Führers" Hitler für den 19. August 1934 an. Wenige Wochen zuvor hatte Hitler anlässlich des so genannten Röhm-Putsches seine letzten potenziellen Konkurrenten ermorden lassen - darunter seinen Vorgänger im Amt des Reichskanzlers General von Schleicher sowie seinen Duz-Freund Ernst Röhm - und durch Gleichschaltung der SA die Reichswehr für sich gewonnen. Am Tag vor der Abstimmung warb Oskar von Hindenburg, der Sohn des verstorbenen Reichspräsidenten, in einer Rundfunkrede für Hitler als den einzig legitimen Nachfolger seines Vaters.

Über Hindenburg braucht man nur an den Tag von Potsdam zu denken in der Garnisonskirche. Diese politische "Hochzeitfeier" zwischen dem erzkonservativen Establishment der Reaktion und der NAZI-Partei zeigte doch überdeutlich was Hindenburg von der WEIMARER REPUBLIK gehalten hat.
Für uns heute ist es egal wer an diesem Tag von Potsdam wen verarscht hat.
Der historische Händedruck zwischen Hindenburg und Hitler lässt viele Deutungen zu.
Ein Jahr später war Hindenburg gestorben und Hitler Reichspräsident. Das genügt.
Hindenburg steht für das erzreaktionäre, militaristische und demokratiefeindliche Deutschtum der zusammengebrochenen Kaiserzeit. Einer der vielen katastrophalen Irrtümer der SPD in der Weimarer Republik war, sich Hindenburg zum Präsidentschaftskadidaten auszusuchen
Mit seiner Unterschrift hat er nicht nur Hitler zu Kanzler gemacht, sondern auch in seinem, Testament als legitimer Nachfolger benannt. Er hat nicht nur die sogenannte Reichtagsbrandnotverordnung zum sogenannten Schutz von Volk und Staat unterzeichnet, sondern auch das Ermächtigungsgesetz zur Übertragung alles Staatsgewalt auf den Kanzler und Führer. Zudem munkelt man soll Hindehnburg erpressbar gewesen sein, weil er sich im Amt Vorteile bei spekulativen Immobilien und ´Grundstücksgeschäfte in Ostpreußen verschaffte.

(alle geschichtliche Informationen zitiert aus Wikipedia)

Ehemalige Adolf-Hitler-Siedlung (Gartenstadt)

Carl Peters Strasse

Gustav Nachtigal Strasse

Lüderitz Strasse (Franz Adolf Eduard Lüderitz)

Wissmann-Strasse (Hermann von Wissmann)

Es handelt sich hier um Namen die explizit als NAZI-Idole ausgesucht wurden um die revanchistische und rassistische Haltung zur Kolonienfrage zu demonstrieren.
Es handelt sich durchweg um Deutschnationale Abenteurer, die Reichtum und Macht in Afrika suchten. Sie waren schon zur Kaiserzeit geächtet und verurteilt. Es gibt keinen Grund Namen die nach den Wertvorstellungen einer menschenfeindlichen Nationalsozialistischen Weltanschauung ausgesucht wurden, die nächsten hundert
Jahre beizubehalten.

PRESSE:

Geschichte: "Buero für angewandten Realismus" fordert Umbenennungen / Stadtarchivar spricht sich für Erklärungstafeln aus
Streit um historische Straßennamen
Neuer Vorstoß von Bernhard Wadle-Rohe mit seinen Mitstreitern vom "Buero für angewandten Realismus": Die Künstlervereinigung forderte in einem Gespräch mit Stadtarchivar Dr. Stefan Mörz, eine Umbenennung von etlichen Straßen in der Stadt voranzutreiben.
Ein Anliegen ist dies Wadle-Rohe besonders im Zusammenhang mit Straßen, die nach Würdenträgern im Dritten Reich benannt sind oder Menschen, die in anderer Form der NSDAP nahestanden. Er nennt als Beispiel den Agnes-Miegel-Weg in Rheingönheim, die Kurt-Faber-Straße in Edigheim oder die Hindenburgstraße in Maudach. Die Grünen im Stadtrat haben kürzlich ihre Forderung erneuert, den Carl-Wurster-Platz in Bertha-von-Suttner-Platz umzubenennen. Von dieser Seite her sieht sich das "Buero" also politisch unterstützt.
Mehrere Straßennamen in der Gartenstadt sind Wadle-Rohe ebenfalls ein Dorn im Auge, weil sie nach "Kolonialfürsten" benannt sind, wie die Peters- oder die Lüderitzstraße. "Diese Namen werden im ganzen Bundesgebiet diskutiert", betont Wadle-Rohe - auch in Mannheim-Rheinau gibt es den Wunsch, die Karl-Peters-Straße umzubenennen. Peters (1856-1918) war Begründer und Reichskommissar der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika und für Gewaltexzesse gegenüber der Bevölkerung bekannt: Sein Spitzname "Hänge-Peters" spricht Bände.
Stadtarchivar Mörz hat Erklärungstafeln an den Straßenschildern angeregt, die die Hintergründe erläutern. "Grundsätzlich bin ich dafür, eine Straßenbenennung als Ausdruck ihrer Zeit und Situation zu sehen und nicht zu verändern", sagt er. Sie seien als Zeugnis der Geschichte zu sehen, das man nicht ohne Not umstoßen sollte. Gerade in der NS-Zeit seien viele Straßen, die den Machthabern missliebig waren, nach der herrschenden Ideologie umbenannt worden. Die Erläuterungstafeln könnten eine Bewusstseinsstütze sein.
Das "Buero" will im kommenden Jahr in den betreffenden Straßen Lesungen abhalten und mit den Anwohnern diskutieren. bur
Mannheimer Morgen
16. Juni 2010

"Die haben alle Dreck am Stecken"

Streitgespräch über Straßennamen - Künstlergruppe fordert Umbenennungen, Archivleiter Mörz dagegen

Zu einem Streitgespräch über den Umgang mit Straßennamen in Ludwigshafen, die einen Bezug zum Nationalsozialismus haben oder nicht zeitgemäß sind, hat sich die Künstlergruppe "Büro für angewandten Realismus" mit dem Leiter des Stadtarchivs, Stefan Mörz, getroffen. Dieser spricht sich gegen die Umbenennung von Straßen aus.

"An den Straßennamen einer Stadt sollen die Schichten ihrer Geschichte erkennbar sein", sagte er. Würde man die historisch gewachsenen Namen ändern, "dann gibt es keine Geschichte mehr, dann wird alles weiß gewaschen". Mörz hält es für sinnvoller, Straßennamen und die Geschichte zu erklären - so, wie das in Niederfeld geplant ist. Hier sollen demnächst Tafeln mit den Lebensdaten und dem Benennungsjahr der Straßen angebracht werden.

Anders sieht das die Künstlergruppe um Bernhard Wadle-Rohe, deren Ziel es ist, Öffentlichkeit zu schaffen, die Menschen für die Bedeutung ihrer Straßennamen zu sensibilisieren und zu informieren. "Sofort umbenannt gehören die Karl-Räder-Straße, der Carl-Wurster-Platz, die Kurt-Faber-Straße und der Agnes-Miegel-Weg", fordert Wadle-Rohe. Sie alle hätten in enger Verbindung zum Nationalsozialismus gestanden. Karl Räder, Kurt Faber und Agnes Miguel hätten als Schriftsteller in ihren Texten Hitler verehrt. Auch die "Feldherrenstraßen" in Süd nannte Wadle-Rohe. "Es passt nicht mehr in unsere Zeit, dass wir Generäle wie Gneisenau, Moltke oder Blücher verehren." Das gleiche gelte für die Hindenburgstraße. Im Visier hat Wadle-Rohe auch die Wissmann-, Lüderitz-, Peters- und Nachtigalstraße in Niederfeld, die nach so genannten Kolonialhelden benannt worden seien. "Die haben alle Dreck am Stecken", so Wadle-Rohe. "Diese Straßennamen muss man abschaffen."

Laut Mörz gab es die erste "richtige" Straßenbenennung 1859 - der Oggersheimer Stadtrat benannte zum 100. Geburtstag von Schiller die gleichnamige Straße. 1885 folgte die erste große Straßentaufe. "Es wurden vor allem Personen mit Straßennamen gewürdigt, die mit der Gründung der Stadt und des Deutschen Reichs zu tun hatten", erläuterte Mörz. Im Dritten Reich gab es dann eine Welle von Umbenennungen, von denen viele nach Kriegsende rückgängig gemacht wurden. Neu benannt wurden die Straßen des "Ostmarkenviertel" rund ums Marienkrankenhaus und der Danziger Platz. (rad/Archivfotos: Kunz)

Leserforum

Was meinen Sie? Sollten Ludwigshafener Straßen, die geschichtlich belastete oder veraltete Namen tragen, umbenannt werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter redlud@rheinpfalz.de

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